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Anna Elisabetha KNIPPER
1818-1892

Anna Elisabetha stammte von zwei Familien in Nieder-Weisel, die das Dorf mit Verwaltern und Juristen versehen hatte. Die Knippers waren in Nieder-Weisel anwesend, seit Michael Knibber 1636 dort ankam; er wurde Altbürgermeister 1641. Johann Georg, Anna Elisabethas Vater, heiratete Anna Elisabetha Maas am 22. November 1812. Die Familie Maas war im Dorf schon sehr viel länger angestammt als die Knippers und sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater haben bei Gericht auf der Bank der Geschworenen gesessen, eine Lebenszeitvereinbarung, die nur besonderen Bürgern mit untadeligen Charakter gegeben wurde.

1842 heiratete Anna Elisabetha Knipper Peter Heinz, ein Landwirt im Dorf. Diese Ehe brachte vier Kinder hervor: die Zwillinge Johann Peter und Christoph 1843; ein Mädchen, Katharina, 1846; und Johannes 1848. Nicht lang, nachdem Johannes geboren war, starb plötzlich ihr Ehemann. Das führte dazu, dass sie die Zukunft ihrer jungen Kinder sicherstellen wollte, und sie traf die mutige Entscheidung, sich der Auswanderung nach Victoria anzuschließen. Johannes bei Pflegeeltern lassend, nahm Anna Elisabetha die anderen drei Kinder nach England, als Teil der größten Gruppe überhaupt, die aus dem Dorf abreisten. Mitglieder der Familien Studt, Adami, Bill, Schimpf, Winter-, Geibel-, Häuser- und Lenz bildeten die Gesellschaft von 39 Nieder-Weiseler an Bord der „Sunshine“, während sie aus dem Mersey heraus am 5. November 1856 lossegelten. Sie erreichten Melbourne am 29. Januar 1857.

Die Familie Heinz ging zur betriebsamen Bergwerksstadt von Smythesdale, westlich von Ballarat, wo Anna Elisabetha eine Pension eröffnete. In der gleichen Straße war Gernand Bang zugegen, ein Metzger aus Butzbach. Er brachte den Jungen seinen Beruf bei und die nahe Freundschaft, die sich zwischen ihm und der Familie Heinz bildeten, führte zur Heirat mit Katharina 1867. Johannes folgte 1862 dem Rest der Familie und die drei Jungen eröffneten ihre eigene Metzgerei in Ballarat. Als Gernand plötzlich 1879 starb, zog Katharina nach Ballarat, wo sie mit den vier jungen Kindern von ihrer Mutter Hilfe bekam.

1888 verlor Anna Elisabetha ihren ältesten Sohn nach einer langen Krankheit und dann ihre Tochter, die unerwartet 1891 starb. Sie fuhr fort, ihrer jugendlichen Enkelkinder großzuziehen, aber ihr eigener Tod traf bald ein. Ihr Leben endete am 5. März 1892 in ihrem Haus in der Webster Street in Ballarat.

Anna Elisabetha Knipper-Heinz wurde auf dem neuen Friedhof beigesetzt. Viele Ehren kamen von ihrer Familie, aber sie wäre sehr stolz gewesen, wenn sie noch miterlebt hätte, wie eines Tages ihr jüngster Sohn die bürgermeisterlichen Roben der Stadt würdig getragen hat, wie es Jahrhunderte zuvor seine Vorfahren in ihrem Heimatorf getan hatten.

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